Kommentar: Wie viele Daten braucht Dormagen eigentlich noch?

Langsam drängt sich eine einfache Frage auf: Wie viele Daten müssen eigentlich noch gesammelt werden, bevor endlich etwas passiert? Hier der Artikel (leider Bezahlartikel): https://rp-online.de/nrw/staedte/dormagen/smart-city-dormagen-sensoren-messen-besucher-im-ring-center_aid-151676519

Seit Jahren liest man immer wieder von Befragungen, Analysen, Konzepten und neuen Datenerhebungen. Jetzt steht schon wieder die nächste Datensammlung an. Da frage ich mich ganz ernsthaft: Fehlen wirklich die Daten – oder fehlt einfach der Wille, endlich konsequent zu handeln?

Die Gesellschaft ist mittlerweile seit über zehn Jahren in Dormagen aktiv. Nach dieser Zeit sollte man doch erwarten dürfen, dass deutliche Erfolge sichtbar sind. Doch wenn ich mir unsere Innenstadt anschaue, fällt meine persönliche Bilanz ernüchternd aus.

Natürlich hat jeder Unternehmer das Recht, sein Geschäft zu eröffnen. Daran gibt es überhaupt nichts auszusetzen. Trotzdem muss man die Frage stellen dürfen, ob die Entwicklung der Innenstadt wirklich in die richtige Richtung geht. Das Bild wird immer häufiger von Shisha-Bars, Barber-Shops, Friseuren, Handyläden und Nagelstudios geprägt. Dazwischen findet sich zwar auch einmal ein Fahrradgeschäft – und jetzt kommt auch noch ein weiterer großer Dampfershop dazu.

Ist das wirklich die Vielfalt, die Dormagen attraktiver machen soll? Ist das die Innenstadt, die Menschen aus der Region zum Einkaufen oder Verweilen einlädt? Ich habe daran erhebliche Zweifel.

Was mich dabei besonders stört: All das kostet die Bürgerinnen und Bürger Geld. Und zwar nicht wenig. Deshalb sollte es erlaubt sein, nach über einem Jahrzehnt eine einfache Frage zu stellen: Was ist eigentlich der messbare Erfolg? Wo sind die Ergebnisse, die den finanziellen Aufwand rechtfertigen?

Statt immer neue Umfragen zu starten, wäre es vielleicht an der Zeit, die Erkenntnisse aus den vergangenen Jahren endlich umzusetzen. Denn ich glaube kaum, dass den Verantwortlichen erst jetzt auffällt, welche Herausforderungen unsere Innenstadt hat. Die Probleme sind seit Jahren bekannt – genauso wie viele der Wünsche und Anregungen der Bürger.

Man kann natürlich noch eine Studie beauftragen. Und danach vielleicht noch eine. Und anschließend wieder Daten sammeln. Irgendwann muss aber auch geliefert werden.

Ich hoffe, dass ich mich irre und diesmal tatsächlich etwas Positives entsteht. Die Vergangenheit macht mich allerdings skeptisch.

Am Ende werden wir es alle selbst sehen. Denn wir brauchen keine Statistiken, um zu beurteilen, wie sich unsere Innenstadt entwickelt. Wir gehen jeden Tag durch sie hindurch.

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