In Dormagen scheint der Elfenbeinturm weiterzudrehen, während die Realität unten lautlos schweigt, bis sie schließlich doch laut wird. Man könnte meinen, der Haushalt sei ein Zaubertrick: Kaum schiebt BM Lierenfeld im vergangenen Jahr eine Haushaltssperre durchs Rathausfenster, schon rufen die Verantwortlichen “Harmonische Zahlen” und rechnen sich die Zukunft schön. Doch schaut man hinter die Kulissen, dann geht der Vorhang auf und man erkennt, dass es genau dieselben Tricks sind, die die Kleinen immer teuer zu stehen kommen lassen.
Es ist erstaunlich, wie man es schafft, neue Taschenspielertricks zu finden, um den Haushalt positiv zu stimmen. Hier eine einfache Beobachtung: Wenn man die Zahlen so dreht, wie es gerade passt, wirkt die Bilanz plötzlich strahlender als der Himmel über Dormagen. Aber wer glaubt schon an Wunder, wenn die Realität vor der Tür steht? Die Bürgerinnen und Bürger, die morgens zur Arbeit gehen, wissen: Portokosten steigen, Investitionen werden verschoben, und ausgerechnet Projekte mit glänzenden Logos scheinen den Treibstoff für die Propaganda zu liefern.
Man könnte sagen, Dormagen habe gewählt – und jetzt bekommt man genau das, was man gewählt hat: eine Administration, die mit dem Mantel der Ordnung durchs Rathaus schreitet, während die Taschen der Steuerzahler weiter schrill klingeln. Die Frage, die bleibt: Wer trägt die Rechnung für diese Selbstverständlichkeiten? Wer schaut hinter die Glitzerfolie und fragt nach echten Zahlen, echten Prioritäten, echten Verbesserungen?
Schlussendlich bleibt die bittere Erkenntnis: Wer sich von schönen Worten blenden lässt, darf sich nicht wundern, wenn die Hausaufgaben im nächsten Jahr mit noch mehr Rotstift gekennzeichnet sind. Die Bürgerinnen und Bürger haben die Wahl getroffen – und bekommen das Resultat in Form von Schlagzeilen, die glänzen, während die Straßen und Schulen darauf warten, dass Verantwortung wirklich erstmals greifbar wird.
